Peer-to-Peer-Austauschthemen

Die Peer-to-Peer-Austauschformate bringen erfahrene und weniger erfahrene, aber neugierige Transferakteure sowie solche mit positiven und negativen Erfahrungen zusammen. Der Peer-to-Peer-Austausch vernetzt, motiviert und weckt die Neugierde auf das Thema Transfer.

1. Zwischen Wissenschaft und Medien: Wissenschaft öffentlichkeitswirksam vermitteln, neue Formate ausprobieren

Wer sich in Transfer zwischen akademischen und nicht-akademischen Akteuren engagiert, sieht sich mit einer Vielzahl an kommunikativen und medialen Möglichkeiten konfrontiert. Diese reichen von der Interaktion mit der Presse über die Präsentation von Projektergebnissen, die Teilnahme an Interviews, die Produktion von Podcasts bis hin zum Schreiben von Blogs. Soll man alles einmal ausprobieren? Oder ist es sinnvoller auf bestimmte Plattformen, Formate und Methoden zu setzen? Wann könnte professionelle Unterstützung sinnvoll sein und wo kann man sie finden?

2. Zwischen Mehraufwand und Honorierung: Spielräume der Universität Konstanz

Alle Transferaktivitäten benötigen Zeit, Energie und Geld. Darüber hinaus will und muss Transfer vor allem eines: gesehen werden und anerkannt. Nicht nur von der partizipierenden Öffentlichkeit, sondern auch von der Wissenschaft als System und der Universität als Institution. Welche Möglichkeiten hat die Universität Konstanz, eine gute Anerkennungskultur für Engagement im Transferbereich aufzubauen?

3. Zwischen Kisten und Schubladen: Transfer Out-of-the-box – Ungedachtes und Nichtprobiertes

Transfer lädt ein, neue Erfahrungen zu machen. Neu sind Erfahrungen insbesondere dann, wenn sie der Person, die sie macht, Räume öffnen, in die sie sich bislang nicht hineinbegeben hat. Wie wäre es mit einem ganz ungewöhnlichen Kooperationspartner – was kann die Verhaltensforscherin mit der Designakademie, die Literaturwissenschaftlerin mit der Hebammenpraxis anfangen? Wie wäre es mit einem Format, von dem man nicht weiß, ob es die eigenen Grenzen erweitert– etwa durch Science Slam, Co-Creation-Workshops mit externen Stakeholdern oder Integration von Tanz und Schauspiel in Forschung und Lehre?

4. Zwischen Wissenschaft und Industrie: Erfahrung und Möglichkeiten von Industriekooperationen

Der klassische Transfer findet in den Natur- und Technikwissenschaften als Wissens- und Technologietransfer statt – mit Formaten wie Forschungsaufträgen, Forschungskooperationen, Patenten, Lizensierungen, Ausgründungen oder Stiftungsprofessuren. Welche Erfahrungen gibt es hier bereits? Wie kann man darauf aufbauen, sie was vielleicht weiterentwickeln? Auf welche Hürden sollte man achten, und was müsste die Universität tun, um diese zu überwinden?

5. Zwischen individueller Kreditierung und currikularer Einbindung: Transferprojekte im Studienprogramm, Benotung, Abschlussarbeiten, industrienahes promovieren

Die angemessene Würdigung der Transferleistungen von Studierenden ist von entscheidender Bedeutung. Bilden die verfügbaren ECTS den realen Aufwand ab? Ist die Qualität der wissenschaftlichen (schriftlichen) Reflexion über die Transferaktivität gleichzusetzen mit der Qualität der Transferleistung selbst? Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen der formalen Qualität der schriftlichen Reflexion und der tatsächlichen Transferleistung zu finden.

Das Verfassen von Abschlussarbeiten in der Praxis oder das Promovieren in einem industrienahen Umfeld kann viele Vorteile bieten, da es eine Brücke zwischen der akademischen Welt und der realen Industrie schlägt. Aber wie ist es dabei mit der Unabhängigkeit von Forschung oder etwaigen ethischen Bedenken?

6. Zwischen Sendung und Empfang: Welche Impulse kommen aus dem Transfer zurück an die Wissenschaftler*innen?

Mission Statements zum Thema „Transfer“ betonen zumeist, was Hochschulen der Gesellschaft geben könnten oder sollten. Für Wissenschaftler*innen sind insbesondere nicht-monetäre Transferaktivitäten mit hohem Engagement und intrinsischer Motivation verknüpft, jedoch werden diese Bemühungen von Seiten der Wissenschaft oft nicht ausreichend anerkannt. Eher selten wird thematisiert, was die Wissenschaftler*innen eigentlich aus solchen Transferleistungen und -aktivitäten für sich selbst ziehen können. Forschungimpulse, Netzwerkbildung und die Integration von Praxiswissen sind nur einige Beispiele, welchen Impact Transfer auch für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben kann.